"Es ist wie ein neues Leben!" - Fünf Alltagsgeschichten

Fatuma (Äthiopien)

Fatuma ist das mittlere von insgesamt fünf Kindern der Familie Gesaw in Rema. Mit sieben Personen wohnt die Familie in einer kleinen Hütte mit drei Räumen. Der Aufenthaltsraum ist zugleich Schlafraum für einen Teil der Familie. In unmittelbarer Nähe liegt das Geschäft des Vaters, direkt an der Hauptstrasse von Rema. Fatumas Vater Mohamad (35) handelt mit Teff, ein sehr altes äthiopisches Kulturgetreide, das die Basis für das Nationalgericht "Injera" ist. 

 

Fatumas Traum ist es, Ärztin zu werden, um den Menschen auf dem Land zu helfen. Denn Ärzte sind hier nur selten anzutreffen - und die besten von ihnen ziehen die Arbeit in der Stadt dem harten Landleben vor. Als es noch kein Solarlicht gab, erledigte Fatuma ihre Hausaufgaben immer fast im Dunkeln, da sie tagsüber auf dem Feld arbeiten musste. „Seit es das Solarlicht gibt, kann Fatuma endlich bei ausreichendem Licht lesen, schreiben und lernen“, freut sich Fatumas Mutter.

 

Freie Zeit kennt Fatuma kaum. Meistens muss sie ihren Eltern helfen. Oder sie liest und lernt. Denn Fatuma weiß: „Der Weg bis zur Ärztin ist noch lang und kann nur gelingen, wenn ich hart daran arbeite.“ Und das bedeutet für sie, dass sie die Schule in Rema mit einem sehr guten Abschluss beenden muss. Dann hat sie auch als Kind aus armen Verhältnissen eine realistische Chance, ihren Traum zu verwirklichen.


Gemeindevorsteher Chbar Chros (Kambodscha)

 

Während der ersten Gemeindeversammlungen nach der Solarinstallation konnten die Familien schier nicht aufhören, unseren lokalen Partnern zu erläutern, wie sehr ihr Alltag nun erleichtert sei und sie vor allem auch froh seien, dass sich bei Problemen direkt an wenden können.

 

Der Gemeindevorsteher schrieb im Januar 2016, zwei Monate nach der Installation, Folgendes:"Wenn ich abends durch das Dorf gehe und mit den Einwohnern rede, sehe ich, wie glücklich und zufrieden alle mit dem neuen Licht sind. Sie sagen, das Dorf sei nun wie eine richtige Stadt, weil jedes Haus Solarenergie hat, um abends Licht zu machen."


Nene Armenton (Philippinen)

 

In dem kleinen Städtchen Taytay auf der Insel Palawan besitzt Nene kleinen Laden, auf den Philippinen "Sari-Sari-Store" genannt. Dort verkauft sie abgepackte Lebensmittel, Getränke, Süßwaren und andere kleine Dinge für den täglichen Bedarf. Zwar ist ihr Stadtteil an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, aber die Stromversorgung ist unzuverlässig und jeden Tag für mehrere Stunden unterbrochen. Daher ist sie es gewohnt, ihren kleinen Laden häufig bereits bei Sonnenuntergang zu schliessen.

 

Die neu gekaufte Solarlampe ermöglicht es ihr nun aber, das Geschäft auch abends zu öffnen. Hell erleuchtet die kleine Lampe ihren Shop, wenn die Kunden abends in Scharen kommen, um Getränke und Essen zu kaufen. Denn ihr Laden ist eines der wenigen Geschäfte, das noch geöffnet ist, wenn der Strom mal wieder ausfällt. Durchschnittlich 400 Pesos (ca. 7,30 Euro/8,80 CHF) beträgt ihr Umsatz pro Nacht - eine Steigerung von 50% ihrer gesamten Tageseinnahmen. Für die Mutter von fünf Kindern ist dieses zusätzliche Einkommen eine wichtige und hoch willkommene Hilfe, um das Überleben der Familie zu sichern.


Angelica Ga-ano (Philippinen)

Angelica ist Mutter zweier Kinder und lebt in Socorro. Bisher benötigte sie täglich rund 10 Philippinische Pesos (ca. 0,20 Euro/ 0,22 CHF), um Kerosin für die kleinen Lampen zu Hause zu kaufen. Aber diese Lampen stellten zugleich eine erhebliche Gefahr für sie selbst und besonders für ihre Kinder dar, weil sie sehr leicht umgestossen werden konnten. Dann kam es schnell zu einem Brand oder Hautverbrennungen aufgrund des heissen Kerosins.

 

Daher war Angelica sehr froh, als sie die Chance hatte, eine Solarlampe zu kaufen. Denn nun macht sie sich keine Sorgen mehr um die Sicherheit der Familie aufgrund brennender Kerosinlampen. Sie erzählt voller Freude: "Gleichgültig, welchen Teil der Lampe meine Kinder berühren: Ich bin nun sicher, dass sie sich nicht verletzten können. Denn die Lampe ist wirklich sicher."


Bonja Belachew (Äthiopien)

Der körperbehinderte Bonja Belachew verkauft schon seit vielen Jahren auf dem Markt von Rema das Kerosin für die früher hier gebräuchlichen kleinen Kerosinlampen. Mit der Installation der Solaranlagen ist sein Geschäft deutlich schlechter geworden. Nur noch die Hütten aus der Umgebung benötigen Kerosin. Die Einwohner von Rema zählen nun nicht mehr zu seinen Kunden. Als wir von ihm wissen wollen, ob er über diese Entwicklung nicht traurig sei, versteht er unsere Frage erst gar nicht: "Nein, nein", wehrt er dann ab, "ich freue mich mit den Bewohnern hier, dass Rema diesen Entwicklungssprung gemacht hat."

Sein Kerosinverkauf brachte ihm 45 Birr pro Woche ein. Der Aufwand dafür ist groß. Denn er muss das Kerosin jeweils samstags auf einem entfernten Markt besorgen. 20 Liter jeweils, eine enorme Leistung für einen stark behinderten Menschen.

 

Damit die Solarenergie für Bonja Belachew nicht zum Nachteil wird, erhielt er von der Stiftung Solarenergie eine spezielle solare Ladestation für Mobiltelefone. Mit dieser kann er bis zu drei Mobiltelefone gleichzeitig laden. Jetzt lädt Bonaja Belachew täglich acht und mehr Handys auf, jedes für zwei Birr. "Ich verdiene mehr als vorher", freut sich Bonaja Belachew. "Niemals würde ich zurückwechseln wollen in mein altes Geschäft!"

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