Licht für Bildung

In den meisten ländlichen Schulen Afrikas und Asiens ist es durch die fehlende Stromversorgung nicht möglich, Unterricht nach Sonnenuntergang (ca. 18 Uhr) abzuhalten. Das reduziert nicht nur die Lernmöglichkeit für Kinder, die tagsüber ihren Eltern auf dem Feld helfen müssen. Es macht auch jeden Abendunterricht für Erwachsene unmöglich.

Andererseits sind in vielen Schulen sehr engagierte Lehrer/innen anzutreffen, die mit viel Eifer unter oft schwierigen Bedingungen ihrer Arbeit nachgehen. Und sie treffen dabei auf hoch motivierte Schüler/innen. Denn anders als in vielen Schulen Deutschlands sind die Kinder in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern hoch motiviert. Sie wissen: Bildung ist die wichtigste Grundlage, um überhaupt eine Chance auf eine gute Zukunft zu haben.

Mehr als Licht: Solarenergie für kenianische Dorfschulen

Für ein typisches Kind im ländlichen Kenia bleibt der Zugang zur Bildung das wichtigste Mittel, um jene Fähigkeiten zu erwerben, die für das berufliche Weiterkommen und die soziale Selbstbestimmung unerlässlich sind.

Die Qualität der Bildung wird entscheidend bestimmt von der Verfügbarkeit von Energie. Der Vorteil der Solarenergie besteht darin, dass sie als Katalysator in verschiedenen Bereichen fungieren kann: von Licht über Ernährung und Gesundheit bis zu Lernmittel und Sicherheit.

Angeregt durch die Stiftung Solarenergie Kenia bündeln wir erstmals unsere Erfahrungen aus früheren Einzelprojekten zu einem Ansatz. Dabei konzentrieren wir uns auf drei zentrale Bereiche: Licht, Ernährung und IT-Kenntnisse.

1. Licht für Unterrichtsräume

Eine sichere, zuverlässige und bezahlbare Beleuchtung ist eine der grundlegendsten Energiebedürfnisse jeder Schule. Dazu gehört die Ausstattung von Klassenzimmern wie auch der Lehrerräume mit Solarenergie.

Kosten je Unterrichtsraum: 500 Euro

 

2. Mobile Solarlampe für Schulkinder

Jede Pilotschule erhält 100 mobile Solarlampen: Jeden Morgen, wenn das Kind zur Schule kommt, bringt es die Lampe der Familie mit, um sie tagsüber an der Schule aufzuladen. Am Abend kehrt das Kind mit einer voll aufgeladenen Lampe nach Hause zurück und ermöglicht so das abendliche Lernen. Die Lehrer, die eine der wichtigsten Ressourcen in solchen ländlichen und abgelegenen Schulen sind, werden auch von den Solarlampen profitieren.

Kosten je mobiler Solarlampe: 25 Euro

 

3. Eine solare Wasserpumpe pro Schule 

Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) und UNICEF haben den Mangel an ausreichender Ernährung als ein großes Hindernis für die Bildung armer Kinder in Afrika hervorgehoben. Viele Schulen im ländlichen Kenia betreiben bereits einen Anbau von Nutzpflanzen und Früchten. Die Ernteerträge dienen dazu, Schulmahlzeiten anzubieten und so vielen Kindern eine warme Mahlzeit zu ermöglichen.

Die Gärten sind abhängig von einer aufwändigen Handbewässerung. Solare Wasserpumpen haben demgegenüber den Vorteil, daß sie eine gezieltere und effizientere Bewässerung ermöglichen. Die Folge ist eine deutliche Ernteverbesserung.

In unserem Projekt erhält jede Pilotschule eine Solarwasserpumpe sowie ein gründliche Einführung in den Gebrauch. Das ermöglicht eine bessere - und damit eine höhere Sicherheit für die Ernährungssituation der Schüler. 

Kosten je Wasserpumpe: 1.500 Euro

 

 

4. Solarbetriebene Computer und Internet

Der Zugang zu hochwertigen Lehrmittel gehört zu den größten Herausforderungen ländlicher Schulen. Sie hat auch Einfluss auf die Qualität der den Unterricht abhaltenden Lehrer: Denn Schulen ohne Strom, Internet und Computer sind wenig attraktiv.

Inzwischen gibt es jedoch sowohl erprobte, energiesparende Computer als auch moderne Software für die Lerninhalte. Die von der Firma Endless entwickelten energieeffizienten Computer sind mit über 50 Bildungsanwendungen ausgestattet, darunter auch der Inhalt des Lehrplans für kenianische Primarschulen. Mit seinenLehrmitteln, audiovisuellen Illustrationen und Videos ist der PC ein hervorragendes Lehrmittel, um die Lernerfahrung für Lehrer und Lernende deutlich zu verbessern. Jede Pilotschule soll 5 Solar-Computer, inclusive Zugang zu Lernapps, erhalten.

Kosten je Computer, incl. Solarladestation: 400 Euro

 

Schulprojekt Kenia

Unser aktuelles Projekt wird in drei Primarschulen in den Regionen Meru, Nyeri und Kitui verwirklicht. Jede Schule hat ca. 250 Schüler/innen.

Installation und Wartung der Solarsysteme geschieht durch unseren kenianischen Partner SunTransfer Kenia. Das einheimische Solarunternehmen und Sendea-Mitglied verfügt über ein Netzwerk von ländlichen Servicestationen. Wir haben mit ihm bereits mehrere Projekt erfolgreich umgesetzt.

Licht für Bildung

"Ich war auf der Schule für zwei Jahre. Dann musste ich die Schule ver-lassen wegen meiner Augenprobleme. Aber nachdem wir Solarlicht erhalten haben, konnte ich wieder zur Schule gehen, weil das Licht für meine Augen besser ist.

 

Ich mag es, Gedichte zu schreiben. Manch-mal schreibe ich nachts im Schein der Solarlampe Gedichte, um meine Gefühle auszudrücken."

 

Melat Terengo, Schülerin (15) in Äthiopien